Wer sind die Frauen, die bisher unsere Unterstützung erhielten?

Hier einige Beispiele:

Frau Sinnathampi Amina

... ist eine 37 jährige Hausfrau und wohnt in Kamingkudah, etwa 10 Km von Batticaloa entfernt. Sie hat fünf Kinder, zwei Jungen und drei Mädchen. Zwei ihrer drei Töchter sind bereits verheiratet, während eine Tochter und die zwei Söhne noch zur Schule gehen. Um das kärgliche Familieneinkommen aufzubessern, webte sie zunächst Matten, bevor sie einen Kredit in Höhe von 20.000 Rupies (etwa 130 €) vom YMCA Batticaloa bekam, um mit Trockenfisch handeln zu können. Ihr Ehemann verdingte sich als Tagelöhner in derselben Gemeinde.

Sinnathampi Amina

Das Schilf wird von anderen Gemeindebewohnern von den Flussufern geerntet, in der Sonne getrocknet und von diesen an Händler verkauft. Diese Händler wiederum beschäftigen Frauen wie Meera, um Matten zu flechten. Etwa zwei Tage braucht sie, um eine Matte fertigzustellen – und konnte bisher nach Abzug der Lieferkosten einen Gewinn von etwa 100 Rupies (0,70 €) am Tag erzielen. Das war gerade genug, um alle hungrigen Mäuler in ihrer Familie zu stillen.

Frau Amina sagt, dass ihr einziger Traum im Leben darin besteht, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Diese blieb ihr und ihrem Mann verwehrt und Schuld daran hatte die bittere Armut ihrer Eltern. Mit diesem Ziel vor Augen bewarb sie sich um den ersten Kredit von 20.000 Rupies vom YMCA. Mit diesem Geld kauft sie nun Trockenfisch in größeren Mengen von der Gemeinde Urugamam, die an der Lagune im Hinterland von Batticaloa liegt und wo es Süßwasserfische gibt. Auf dem Ladies‘ Markt in Eravur wiederum verkauft sie den Fisch für 400 Rupies pro kg – und kann daraus einen kleinen Gewinn erzielen. Außerdem bringt sie den Fisch zu entfernteren Orten wie Kalmunai und Kathankudy. Die Preise sind dort noch etwas besser. Meistens hilft ihr dabei die Tochter, wenn die Schule aus ist.

Sie erzählte uns, dass sie fest davon überzeugt ist, den Kredit zurückzahlen zu können, da ihr Trockenfisch gut nachgefragt wird. In der Zukunft hofft sie außerdem, noch mehr Kredite vom YMCA Batticaloa aufnehmen zu können. Damit will sie ihren Traum von der guten Ausbildung ihrer Kinder erfüllen, um ihnen ein Leben als Tagelöhner zu ersparen. 

 

Frau Meera Ummah 

…ist 57 Jahre alt und wohnt in Eravur, etwa 10 km von Batticaloa entfernt. Sie hat eine Tochter und zwei Söhne, die alle verheiratet sind. Ihr Schwiegersohn verließ ihre Tochter und ihre gemeinsamen Kinder, als sie 12 und 8 Jahre alt waren. Nun fiel die Verantwortung für die Versorgung deren Familie auf Meera Umman zurück. Damals begann sie Schilfmatten zu flechten, um das spärliche Einkommen ihrer Tochter aufzubessern. Ihre Tochter sah keinen anderen Weg, als sich für ein Jahr als Hausfrau in Kuwait zu verdingen. Nun kümmerte sich Meera zusätzlich noch vollends um die beiden Kinder.

Meera Ummah

Zu diesem Zeitpunkt kam sie mit dem YMCA Batticaloa in Kontakt. Die 20.000 Rupies (140 €) Kredit, die sie dort bekam, nutzte sie, um selbst das Schilf von den Gemeindebewohnern zu kaufen. So begann sie, in Eigenregie die Matten herzustellen und zu verkaufen – zu einem besseren Preis.

Außerdem schält und röstet sie Kaschu-Nüsse – bis zu 5 kg am Tag. Das tut ihren Händen nicht gut, wie man an den vielen Brandspuren sieht. Aber sie ist nun voller Hoffnung, dass ihre Tochter aus Kuweit zurückkehren kann, woher sie bisher 10.000 Rupies (etwa 70 €) im Monat überweist. Und die Kinder eine gute Ausbildung bekommen.


Frau Thevappody Sasini

…ist 29 Jahre alt und gehört zu denen, die aus ihren früheren Wohngebieten vertrieben wurden. Ihr Ehemann bewirtschaftet ein Reisfeld in der näheren Umgebung. Zusammen haben sie drei Kinder, von denen zwei bereits zur Schule gehen. Die Familie lebte früher in Nellikadu innerhalb der Kriegszone – dort, wo sich singhalesische Regierungstruppen und tamilische Separatisten jahrelang erbitterte Gefechte lieferten. Die Familie suchte Zuflucht in der Gemeinde Mylambaveli, unweit von Batticaloa gelegen.

 Thevappody Sasini

Frau Sasini erhielt einen Kredit in Höhe von 20.000 Rupies (140 €) vom YMCA Batticaloa. Damit kauft sie den Reis, der auf dem Feld ihres Mannes geerntet wird, um ihn weiterzubehandeln, z.B. zu kochen. Im Anschluss kann sie ihn zu einem besseren Preis an Händler verkaufen. Bisher mussten sie den Reis immer zu einem niedrigeren Preis veräußern. Außerdem lagert und verkauft sie Trockenfisch. Mit dem besseren Einkommen wollen sie ihren Kindern eine bessere Ausbildung ermöglichen.


Frau M. K. Zeinambu

… ist 57 Jahre alt und wohnt in Eravur, einer Kleinstadt 10 km nördlich von Batticaloa. Sie hat fünf Kinder (drei Jungen und zwei Mädchen). Die zwei Mädchen sind verheiratet, während die drei Jungen noch zur Schule gehen. Einer der Schwiegersöhne verließ ihre Tochter für eine andere Frau. So muss Frau Zeinambu jetzt auch für die Familie ihrer geschiedenen Tochter sorgen. Damit nicht allein; hinzu kommt die Krankheit ihres Ehemannes, die ihn die meiste Zeit ans Bett fesselt.

 M. K. Zeinambu

Um Einkommen zu erzielen hat sie sich um einen Kredit beim YMCA Batticaloa beworben und nach Zusage eines Kredites von 20.000 Rupies (140 €) mit der Herstellung verschiedener Haushaltsartikel begonnen, die sie aus Schilf fertigt. Gekauft werden diese von Familien, Händlern und Touristen, die nun wieder häufiger in ihre Region kommen. Einer ihrer Verwandten bringt ihre Produkte zum Markt und bietet sie dort an. Außerdem schält und röstet sie Kaschu-Nüsse. Insgesamt kann sie ein Einkommen, also Gewinn, von 250 Rupies (1,70 €) am Tag erzielen. 

Frau Zeinambu sagt, dass ihr einziger Traum darin besteht, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu geben. Eine Ausbildung, die ihr und ihrem Ehemann verwehrt blieb. Sie ist voller Optimismus, ihren Kredit rechtzeitig und in voller Höhe zurückzahlen zu können – um ihr kleines Geschäft auszuweiten und sich für einen weiteren Kredit zu empfehlen.

 

Frau Indrani Chithralana

…ist 64 Jahre alt, ihr Ehemann 69 Jahre. Sie haben drei Kinder. Bisher bereitete sie zum Lebenserwerb Lunch packets zu, also Mittagessenpakete, die sie an kleine Geschäfte verkaufte oder entsprechend täglicher Bestellungen.

 Indrani Chithralana

2010 jedoch hörte sie von Indecos und von dessen Unternehmerprogramm speziell für Frauen. Dort nahm sie an einem Existenzgründer-Training teil und an einem Management-Kurs. Bevor sie die Trainings absolvierte hatte sie keine Ahnung von Geschäftsgewinn oder –verlust. Aber danach war sie in der Lage, Einkommen und Ausgaben für ihr Geschäft einzuschätzen. Danach lief es besser – sie verdiente 1.500 Rupien (etwa 10 €) pro Woche vom Essenverkauf.

Außerdem entwickelte sie eine Geschäftsidee. Sie kaufte eine gebrauchte Falt-und Schneidemaschine und begann Schachteln für die Essenpakete herzustellen. Mittlerweile fertigt sie solche Schachteln bzw. Boxen für sieben Restaurants in Matare, ihrer Heimatstadt. Von unseren über die Deutsch-Srilankische Gesellschaft zur Verfügung gestellten Krediten hat sie 5.000 Rupies (35 €)in einem ersten Schritt erhalten und nach Rückzahlung 25.000 Rupies (175 €) in einem zweiten Schritt.

Gegenwärtig erzielt sie einen Gewinn von 24.000 Rupies (174 €) im Monat. Sie hat Jobs für zwei Angestellte in ihrem kleinen Unternehmen geschaffen – in dem kleinen Wohnhaus ihrer Familie.

Nun hat sie neue Ziele: Sie will eine weitere Falt- und Schneidmaschine kaufen und diese in einem separaten Gebäude aufstellen, denn zu Hause wird der Platz zu knapp. Doch Bankkredite wird es für sie auf lange Zeit nicht geben. Für lokale Banken ist sie zu „klein“ und es fehlt an Sicherheiten.

 

Quellen: YMCA und INDECOS (Institute for Developement of Community Strength) Fallstudien, deutsche Übersetzung

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